TOCOTRONIC
Support: Dillon
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TOCOTRONIC
Support: Dillon
Das Gebot des neuen Albums von Tocotronic, "Schall und Wahn", lautet: Nicht zur Besinnung kommen!
Sondern im Gegenteil: Sich reinsteigern! Bis man die Bodenhaftung verliert. „Schall und Wahn" ist nach „Pure Vernunft darf niemals siegen" und „Kapitulation" das letzte Album der „Berlin-Trilogie" und ein entfesselter Aufbruch in ein neues Jahrzehnt. Tocotronic entwerfen eine wahrhaft infernalische Welt, die von Liebe und Verbrechen beherrscht wird, vom Guten wie dem Bösen. Sie erzahlen von der Ambivalenz des Schmerzes und von wohlbekannten Lastern wie Neid, Feigheit und Gier. Selbst die Konventionen des Lovesongs haben Tocotronic mit ihrem schönen Gift infiziert. Auch wenn in alter Tocotronic-Tradition wieder einige Verneinungsformeln proklamiert werden, ist die Zeit der Gewissheiten vorüber. Zumindest wird „Im Zweifel fur den Zweifel" als emotionale Wahrheit der Stunde besungen.
Die 21-Jährige Dillon sieht blendend aus, hat das Talent mit der großen Kelle geschöpft und trägt einen Namen, bei dem selbst walisische Herzoginnen grün anlaufen vor Neid. Das, was Dominique Dillon de Byington - die sich unprätentiös "Dillon" nennt - völlig autark aus ihrem Laptop geschüttelt hat und auf dem Klavier zum besten gibt, ist ernsthaft beeindruckend: Gesetzlose Konstrukte zwischen Ghettotech, Old School HipHop und Singer/Songwritertum. Lyrisch gratwandernd zwischen charmant und explizit.
